Mein Auslandspraktikum in Torquay

Während meiner Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement ermöglichte mein Ausbildungsbetrieb mir ein 4-wöchiges Auslandspraktikum in einem englischsprachigen Land.

Für mich ging es vom 11. März 2018 bis zum 8. April 2018 nach Südengland. In den vier Wochen wohnte ich in Torquay, eine Stadt in der Grafschaft Devon an der „Englischen Riviera“ gelegen. In der Stadt sind verteilt Palmen aufzufinden und gerade an der Küste strahlen sie eine mediterrane Atmosphäre aus und verleihen der Stadt ein unglaubliches Urlaubsflair.

Ich wurde von meiner Gastmutter und ihren zwei Töchtern herzlich in die Familie aufgenommen und ich fühlte mich von Anfang an sehr wohl. Wir konnten gut miteinander kommunizieren und haben auch immer interessante Themen zum diskutieren und austauschen gefunden. Ich habe gerne Zeit mit meiner Gastfamilie verbracht und während meines Aufenthalts hat es mir an nichts gefehlt.

Ich bin natürlich nicht nach England gereist um dort Urlaub zu machen, ein großer Teil meines Auslandspraktikums bestand aus der Arbeit bei einem Unternehmen. Ich habe bei einer Firma namens „Essential 6“ gearbeitet. Sie bieten Sicherheits- und Gesundheitskurse an, wie z. B. Erste Hilfe Kurse, Evakuierungskurse und Kurse wo der richtige Umgang mit Maschinen gelehrt wird. Ich habe mit drei Frauen zusammen in einem Büro gearbeitet, sie waren alle sehr nett zu mir und ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen, gerade auch, weil meine Arbeitsaufträge sehr interessant und abwechslungsreich waren. Dazu gehörten z. B. Tabellen digitalisieren, Teilnehmer in die Datenbank eintragen und deren Zertifikate erstellen. Des Weiteren hatte ich noch mehrere organisatorische Aufgaben, wie die Vorbereitung von Kursen und deren Präsentationen. In der Zeit als ich dort war, habe ich Essential 6 auch bei einem großen Wandel unterstützt. Es wurde ein neues Logo entworfen und dementsprechend musste alles angepasst werden. Nie hätte ich gedacht, dass so eine kleinere Veränderung so viel Arbeit mit sich bringt. Zeitnah stand ihnen noch ein Umzug in ein neues Büro bevor. Sie waren sehr froh, dass sie mich als Unterstützung hatten.

In den 30 Tagen habe ich jedes mögliche Wetter erlebt. Von Sonnenschein bis zum typisch englischen Regenwetter und sogar Schnee! In England schneit es ca. alle 10 Jahre und ich kann sagen, dass ich 2018 dabei war. An dem Tag wo Schnee lag hatten alle Büros geschlossen, also anstatt Hitzefrei gibt es in England sogenannte „Snowdays“. Mir wurde spaßig erklärt: „Wir haben keine geeigneten Schuhe für Schnee, deswegen müssen wir Zuhause bleiben.“ – In Deutschland unvorstellbar. Ich hatte ebenfalls das Glück dieses Jahr Ostern in einem anderen Land zu feiern und als Fazit kann ich sagen, dass es keinen großen Unterschied zu den deutschen Traditionen gibt. Am Sonntagmorgen werden Ostereier und Süßigkeiten gesucht und später kommt die Familie bei einem ausgiebigen „roast dinner“ zusammen.

Ich habe durch die sozialen Treffen der Organisation TTPL andere Auszubildende und Studenten verschiedenster Nationen kennengelernt, welche ebenfalls ein Auslandspraktikum in Torquay gemacht haben. Mit vier Leuten habe ich mich besonders gut verstanden und so entstand unsere deutsch-spanische Gruppe. Wir haben viel zusammen unternommen und gesehen. An einem Wochenende haben wir uns sogar ein Auto gemietet und waren bei Stonehenge, in Cardiff, Bristol, Bath, Exeter, Dawlish und an der Jurassic Coast.

Ich kam alleine in Torquay an, ich kannte Niemanden und dann haben alle auch noch eine andere Sprache gesprochen. Anfangs war ich, auch aus den genannten Gründen, sehr schüchtern, das hat sich jedoch im Laufe meines Auslandspraktikums geändert. Einer der wichtigsten Fragen nach der Zeit in England ist: Konnte ich meine Sprachkenntnisse verbessern? – Ja! Mein Vokabular hat sich mehr als verdoppelt und auch meine Aussprache, die anfangs mein größtes Problem war, hat sich um einiges verbessert. Ich konnte mich problemlos in Englisch unterhalten und habe meine Mitmenschen auch gut verstanden. Am Anfang war es etwas ungewohnt und befremdlich, doch am Ende habe ich kein Gespräch mehr gescheut.

Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Südengland und ich habe sie genossen. Ich nahm viele Eindrücke, Erfahrungen und auch neue Freundschaften mit nach Hause und bin mir sicher, dass es einer meiner besten Entscheidungen war, dieses Auslandspraktikum zu machen.

Ich möchte mich bei meinem Ausbildungsbetrieb der IKK BB, dem Europäischen Bildungsverbund e. V. und The Training Partnership Ltd. für die Ermöglichung dieser tollen Erfahrung bedanken!