Als Tischler in Norwegen

img

Am Montagmorgen wurde ich offiziell der Firma vorgestellt und von den meisten Angestellten per Handschlag begrüßt.

Es ging auch direkt mit den ersten kleineren Aufgaben los, um sich an die neue Arbeitsumgebung zu gewöhnen. In der Tischlerei arbeitet ein weiterer deutscher Erasmus Student, der bereits im Oktober des letzten Jahres hier angefangen hat. Mit ihm verstehe ich mich super und auch er erleichterte mir den Einstieg durch Hilfestellungen und bei der Suche nach Werkzeugen, Arbeitsutensilien usw.

Bereits in der ersten Woche arbeitete ich an einer großen Schrankwand für die Universität Bergen mit, die ich in der darauffolgenden Woche mit Ivo, dem Deutschen, vor Ort aufbauen durfte.

Die Arbeit in der Tischlerei macht wirklich viel Spaß. Wir haben tolle Projekte. Oft von öffentlichen Einrichtungen und Institutionen, wie zum Beispiel Banken, Restaurants/ Bars, Schulen, Krankenhäusern und auf der andere Seite auch Privatkunden. Im Gegensatz zu Deutschland fällt mir auf, dass häufig Privatkunden mit ihrem kaputten oder abgenutzten Möbelstück in die Firma kommen und eine Reparatur, bzw. Neuanfertigung des ursprünglichen Möbels wünschen. Auch ich durfte bereits die eine oder andere Reparatur durchführen. In meinem Fall war es eine Schublade, aus einer Küche, die einen neuen Boden bekommen sollte.

Bei Fragen oder Hilfe stehen auch die anderen Mitarbeiter immer zu Verfügung und sind sehr hilfsbereit. Aufgrund der sprachlichen Barriere ist es nicht immer ganz einfach ein Problem zu schildern, welches auch direkt verstanden wird. Manchmal braucht es etwas mehr Zeit, um sich gegenseitig zu verstehen und auch das schätze ich sehr, da sich jeder hier die Zeit dafür nimmt und keine Hektik aufkommt.

Ich bin erstaunt und erfreut zugleich darüber, was für ein Vertrauen uns deutschen „Gastarbeitern“ von Anfang an entgegengebracht wurde. Ich erhalte bereits meine eigenen Arbeitsaufträge, die ich nach Rücksprache mit Sebastian selbstständig bearbeite und oft handelt es sich dann auch um Arbeiten, für die die Kunden viel Geld bezahlen. Desweiteren werde ich auch oft zu Kunden nachhause geschickt, meist mit einem norwegischen Kollegen zusammen, um auch diese Seite kennenzulernen. Vor Ort werden dann entweder Aufmaße gemacht oder eben Möbelstücke eingebaut.

Die letzte Woche habe ich an einem Modellbautisch gearbeitet, den ich in der kommenden Woche in einem Architekturbüro einbauen werde. Dies ist mein erstes ganz eigenes Projekt, für das ich sogar einen Auszubildenden mitbekomme. Ich bin sehr gespannt und auch ein wenig aufgeregt.

Vor kurzem habe ich meine Arbeitskleidung erhalten und ich habe das Gefühl hier wirklich angekommen zu sein und es macht viel Spaß.

Wenn nicht gearbeitet wird, geht es am Wochenende meist raus in die Natur, denn dort gibt es einiges zu erleben. Vor allem, wenn mal die Sonne scheint ist ganz Bergen auf den Beinen. Letzte Woche bin ich auf den Floyen, einen der Hausberge von Bergen gewandert und wurde mit einem tollen Ausblick über die ganze Stadt belohnt. Einmal bin ich bisher in die Berge gefahren und habe das nächstgelegene Skigebiet getestet. Es war tolles Wetter, super kalt und hat viel Spaß gemacht.

Gespannt bin ich darauf, was die nächsten Wochen so mit sich bringen. Ich hoffe auf weitere spannende Projekte und viel Arbeit.