Auslandspraktikum in Irland

Dia Daoibh,
oder um es auf Deutsch und nicht auf Irisch zu sagen: Hallo, mein Name ist Hannes Christ und ich habe im Frühjahr 2019 an einem dreiwöchigen Auslandspraktikum in Irland teilgenommen. Meine Entsendeorganisation war der Europäischer Bildungsverbund e. V. und SourceResource der irische Kooperationspartner.

Am Sonntag, dem 14.04., ging es von Kassel über Frankfurt los Richtung Dublin. Angekommen in der irischen Hauptstadt, wurde ich herzlich von der verantwortlichen Organisatorin Gemma Freeman empfangen und zusammen mit zwei anderen Auszubildenden zur Gastmutter, die die nächsten 3 Wochen eine Unterkunft und Teilverpflegung bot, gefahren. Dort wohnte ich zusammen mit vier anderen Deutschen, nicht ganz ideal aus meiner Sicht, da aber viele Gastfamilien über Ostern abgesagt hatten, war die Unterbringung nicht anders möglich. Dennoch habe ich die Gesellschaft sehr genossen. Dadurch, dass wir 40 Minuten (mit dem Bus), von der Innenstadt entfernt wohnten, konnte man die Busfahrten gemütlich mit Gesprächen verbringen und hatte schnell Anschluss und Leute, mit denen man Unternehmungen starten kann, gefunden. Um aus der „deutschen Blase“ etwas herauszukommen, habe ich versucht, neue Bekanntschaften zu schließen, dies gelang unter anderem durch Frisbee-Spielen in einem der vielen Dubliner Parks gut. So lernte ich Menschen aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Brasilien kennen.

Ich habe 3 Wochen lang bei Cableplan Ltd. im Industriegebiet von Dublin (70 Minuten Anfahrt mit dem Bus) als Praktikant gearbeitet. Die Firma versorgt lokale Unternehmen durch ihre ca. 15 Mitarbeiter mit Beleuchtungsautomatisierungs- und Doppelböden-Systemen. Dafür bieten sie geeignete Hardware (aus der UK importiert) an und konfigurieren sie beim Kunden vor Ort. Zu den bekanntesten Kunden zählen das Facebook-Center und das Google-HQ in Dublin. Meine Aufgabe für die ersten 2 Wochen des Praktikums war für mich als angehenden Fachinformatiker Anwendungsentwicklung ein Programmierprojekt. Auf Grund der technischen Komplexität möchte ich nicht im Detail darauf eingehen – nur so viel: es ging darum, bei der Konfiguration installierter Beleuchtungs-Geräte Zeit zu sparen und den Prozess schneller und effizienter zu gestalten. Das Projekt hat mir großen Spaß gemacht. Ich konnte viel lernen, da ich mich mit Techniken auseinandersetzen konnte, die mir bis dahin nicht bekannt waren. Leider wurde nach zwei Wochen das Projekt eingestampft. Personalmangel (Außeneinsatz der Mitarbeiter) und Priorisierung anderer Projekte waren die Gründe hierfür. Das Konfigurieren installierter Geräte aus der Ferne wurde dann für die dritte und letzte Woche meine Hauptaufgabe. Diese Aufgabe war etwas monoton und enttäuschend, dennoch blicke ich eindeutig in positiver Erinnerung auf diese Arbeitsstelle zurück! Die Kollegen waren sehr freundlich und hin und wieder habe ich gemeinsam mit ihnen die Mittagspause bei guten und interessanten Gesprächen, in denen man die kulturellen Unterschiede aufschlüsseln konnte, verbracht.

In meiner Freizeit war ich recht aktiv und habe versucht, möglichst viel von Irland kennenzulernen, sowohl lokal auf der Insel Howth in der Irischen See, die mit dem Bus vom Dubliner Stadtzentrum innerhalb von 30 Minuten zu erreichen ist und sich perfekt für Wanderungen bei gutem Wetter eignet, in verschiedenen Parks und Dubliner Stadtteilen an der irischen Küste, als auch regional im Wicklow National Park, in dem Wanderungen mit wunderschönen Naturszenerien belohnt werden, als auch überregional an den Cliffs of Moher, die sich an der atlantischen Küste befinden. Ein weiteres Highlight war ein Tagesausflug mit einem Mietauto nach Belfast in Nordirland, bei welchem ich mich das erste Mal im Linksverkehr austesten konnte - dies hat überraschend gut geklappt. Zusammen mit guter Gesellschaft, die auch durch den Europäischen Bildungsverbund entsendet wurde, war es eine vergnügliche Autofahrt und natürlich auch ein lohnenswerter Einblick in Belfast, bei welchem ich viel über die historischen Hintergründe des Nordirlandkonflikts, aber natürlich auch über weitere historische Gegebenheiten der Stadt, erfuhr.

Besonders hat mir neben der Freundlichkeit der Iren (die sich zum Beispiel in Danksagungen jedes einzelnen Fahrgastes an den Busfahrer ausdrückt) und der guten Live-Musik in Pubs (die mir viele Ohrwürmer beschert hat) die grüne Insel als solche gefallen. Die gesunde und ausgeprägte Fauna haben mir noch nie zuvor erlebte Anblicke von Landschaftsszenerien geschenkt, von der ich selbst im Frühling in Deutschland nur träumen kann.

Mit dieser hoffentlich zwischen den Zeilen gelesenen ausdrücklichen Reise-Empfehlung, ende ich meinen Einblick in dieses so bereichernde Auslandspraktikum.

Slán,

Hannes Christ