Schiffsbauer Joaquin Cabrera – Arbeitsplatz: Segelboote

Die Arbeit:
Morgens 7:00 Uhr, die Sonne ist schon aufgegangen, die Stadt ist gerade am Erwachen. Die Temperaturen sind angenehm warm, vereinzelt sieht man erste Menschen auf dem Weg zum Bäcker oder beim Joggen. Mit dem Fahrrad geht es von der Innenstadt aus durch den Flusspark Turia, der sich Richtung Meer schlängelt, zum Real Club nautico. Nach einer guten halben Stunde Radtour und einem kleinen Zwischenstopp beim Bäcker ist der Arbeitsplatz somit erreicht.
Direkt im Hafen, zwischen Bootsverleih und Segeltuchmanufaktur befindet sich die kleine Schreinerei von Joaquin Cabrera. Gemeinsam mit 2 Mitarbeitern und je nach Jahreszeit 1-2 Praktikanten erneuert, repariert und restauriert er die im Hafen liegenden Segelboote und kleine Yachten. Zu meiner Zeit war die über 100 Jahre alte Lady Anne, ein elegantes Segelschiff, das Hauptprojekt. Restaurierung des Decks aus Teakholz, Ausbesserung des Holzmasts und Lackierungen diverser Holzflächen im Innen- und Außenbereich. Alles in gewissenhafter Handarbeit. In modernen Schreinereien fast vergessene Werkzeuge kommen täglich zum Einsatz: Stechbeitel, Hand- und Schiffshobel, Bandsägen. Zeichnungen werden in Form eines Brettrisses erstellt, Schablonen gefertigt, und davon ausgehend die Fertigteile produziert. Kein PC, keine Serienfertigung - alles individuell auf Maß und aus hochwertigstem Massivholz.

Das Leben:
Valencia, die Stadt der Paella, zählt zu den größten Städten Spaniens und ist geprägt von Trubel, Kultur und Tourismus. Der große Stadtstrand lädt zum Baden, sonnen oder Wassersport ein. Restaurants und Bars sind an jeder Straßenecke zu finden und bieten leckeres mediterranisches Essen. Eine weitere Attraktion ist der Park Turia, der sich im ehemaligen Flußbett durch die Stadt befindet und in die Ciudad de las Artes y las ciencias mündet. Schnell lässt einen die Stadt vergessen, dass man eigentlich zum Arbeiten hergekommen ist ;-)
Außerhalb der Stadt bietet die Region viel Natur, ruhige Strände, den Nationalpark Albufera und schöne Wanderstrecken. Auch umliegende Dörfer mit alten Ruinen sind eine Besichtigung wert.
Ab Mai regnet es quasi nicht mehr. Die Sonne scheint, es sind durchgehend mindestens 30°C. Die Feuchtigkeit ist sehr hoch, ein Aspekt, an den man sich als Deutscher erstmal gewöhnen muss.

Allgemeines zum Aufenthalt bzw. zur Reise:
Je nach Jahreszeit sind die Flüge nach Valencia sehr günstig, mehr als 200€ zahlt man selten. Ein WG Zimmer findet man einfach über verschiedene Online Portale, wie z.B. die Seite spotahome.es. Valencia besitzt ein gut ausgebautes Bus und Metronetz. Am einfachsten ist man jedoch mit dem Fahrrad unterwegs, welches man sich unkompliziert ausleihen oder gebraucht kaufen kann.