Erfahrungsbericht Malta

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Erfahrungsbericht Malta 2019

Malta ist ein Land in der Größe von München.
Mit nur 316 km² Fläche, nicht einmal 500.000 Einwohnern, mehr als 365 katholischen Kirchen, einer eigenen Sprache (Maltesisch), mehr als 2.000 Jahren Geschichte, einem römischen, arabischen, französischen, britischen und nordafrikanischen Einfluss und dem Erscheinen in Filmen und Serien wie Gladiator, Troja, Der Graf von Monte Christo, Popeye und Game of Thrones ist die Inselgruppe bestehend aus Malta, Gozo und Comino wirklich nicht groß, hat aber dennoch einiges zu bieten!

In meiner Ausbildung zum Ofen- und Luftheizungsbauer habe ich durch Recherche herausgefunden, dass es möglich ist ein Auslandspraktikum innerhalb der Ausbildung zu machen. Da ich mich sehr für das Reisen und für andere Kulturen, Mentalitäten und Lebensweisen interessiere, habe ich mich sofort beworben und Kontakt erst zur Handwerkskammer und, von dort weitergeleitet zum Europäischen Bildungsverbund aufgebaut. Meine Standortwahl fiel auf Malta und nach einer Bewerbung und ein wenig Papierkram stand mein Auslandspraktikum für 8 Wochen fest.

Aufgenommen wurde ich von der Leihfirma ‚EasyJobBridge‘, die mich in einer ständig wechselnden WG mit anderen Auslandspraktikanten untergebracht und an eine Solar-/ Photovoltaikanlagenfirma weitergeleitet hat, wo ich für den Aufenthalt als Installateur arbeiten sollte.

Äußerst positiv an dieser Arbeit war der Kontakt mit vielen verschiedenen Kunden und das daraus erschließende Kennenlernen der maltesischen Lebensweise durch viele Gespräche mit den Kunden und der Besichtigung verschiedenster Wohnungen in ganz Malta. Außerdem durfte ich durch die Installation auf den Dächern der Kunden hin und wieder einen etwas anderen Ausblick auf die Wohnorte, Sehenswürdigkeiten oder die Natur Maltas genießen.

Dadurch dass Englisch die zweite Amtssprache in Malta ist und ein großer Teil der Bevölkerung aus dem Ausland ist, war die Verständigung weitestgehend sehr einfach. Neben dem Verbessern meiner Englisch-Sprachkenntnisse und dem Erlernen von Solarinstallationen und Elektrik-Arbeiten durfte ich lernen auf der linken Straßenseite zu fahren, Erfahrungen auf dem Surfbrett sammeln, meine Maltesisch- und Philippinisch-Sprachkenntnisse verbessern, verstehen wie man mit Stäbchen isst, meine Fähigkeiten auf der Ukulele erweitern, traditionell maltesisches und philippinisches Essen kennenlernen, selbst kochen lernen, eine Baby-Party mitorganisieren, sehr viele verschiedene Leute kennenlernen und noch vieles mehr.

Natürlich waren nicht alles zwingend Erfahrungen bei einem Auslandsaufenthalt oder bei dem Arbeiten in einer Solar-/ Photovoltaikanlagenfirma, sondern eher dem allgemeinen Abenteuer eines Auslandsaufenthaltes zuzuschreiben.

Obwohl Malta ein stark römisch-katholisch geprägtes Land ist habe ich die sehr liebevolle und lebendige frei-christliche Gemeinde ‚New Life Christian Center‘ in San Ġwann gefunden, die zum größten Teil aus Philippinen und Afrikanern, aber auch aus Deutschen, Indern, Pakistanern, Holländern, Engländern, Maltesern und noch anderen Nationalitäten bestand, was zu einer sehr multi-kulturellen Erfahrung führte. In dieser Gemeinde durfte ich viele gute Freundschaften schließen, die auch nach dem Auslandsaufenthalt noch bestehen und die mich von der Notwendigkeit überzeugt haben, Malta noch ein weiteres Mal zu besuchen.

Insgesamt ist ein Auslandspraktikum -in egal welchem Land- eine Erfahrung die ich jedem wärmstens empfehlen kann, da man so über sich selbst heraus wachsen kann und viele wertvolle Erfahrungen sammelt. Vor allem Malta ist ein sehr zu empfehlendes Land, da überall Englisch gesprochen wird, alles in bis zu 40 Minuten erreichbar ist und viele Nationalitäten, Kulturen und geschichtliche Einflüsse vertreten sind.

Dominik Reinhardt